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17 falsche Ansichten zur Unternehmensnachfolge, die Ihr Unternehmen gefährden!

Wahrend meiner langen Beratungstätigkeit zur Unternehmensnachfolge ist mir folgendes aufgefallen:

1. Bemerkenswertes

Wir tun uns mit der Beschäftigung mit der Nachfolge schwer, obwohl es doch um so viel geht. Für den Kauf eines Handys sind wir bereit 10 -15 Stunden aufzubringen. Für Beschäftigung mit der Nachfolge wenden viele Unternehmer keine Zeit auf. Doch warum ist es so?

2. Ausblenden

Da gibt es eine ganze Reihe von Begründungen. Zum Einen ist es das prinzipielle Beschäftigen mit Tod oder Krankheit.

Wir blenden aus, dass wir endlich sind. Die Unsicherheit, wie es nach dem Tode weitergeht oder die Gewissheit, dass es dann absolut zu Ende ist, führt uns dazu, den Tod aus unserem Leben auszublenden. Wir können uns nicht mit dem Thema Nachfolge beschäftigen, ohne an den Tod zu denken. Also verbannen wir das Thema. Doch was ist der Preis dafür?

3. Keine Zeit

Eine andere Begründung ist, wir wollen uns weder mit dem Tod noch mit Fragen der Nachfolge befassen. Wir haben jetzt keine Zeit dafür. Doch was ist das eigentlich? Keine Zeit? Es ist doch nichts anderes, als dass es uns nicht so wichtig ist , dass anderes eine größere Priorität für uns hat, d. h. andere Aufgaben haben für uns Vorrang. Dafür nehmen wir uns Zeit. Doch was ist wirklich wichtig?

4. Wichtig und unwichtig

Eine andere Erklärung ist, dass nicht zwischen wichtig und dringend unterschieden wird und dass Aufgaben für dringend gehalten und daher vorgezogen werden. Nachfolgefragen will der Unternehmer gar nicht oder erst später behandeln. Hier wird nicht zwischen dringend und wichtig unterschieden. Die Entscheidung sollte aber nach den Kategorien wichtig und dringend, wichtig und nicht dringend und nicht wichtig aber dringend und nicht wichtig und nicht dringend erfolgen. Wichtige und dringende Aufgaben werden unmittelbar erledigt.

Die richtige Schlussfolgerung wäre, Nachfolge ist wichtig, aber im allgemeinen nicht dringend. Ich muss mich aber umgehend damit beschäftigen, weil ich sicherstellen muss, dass Wichtiges nicht dringend wird. Dass also, nicht eine plötzliche Nachfolge durch Tod oder Krankheit erfolgt, die zu unnötigen Problemen führen würde. Denn einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit kann ich nicht steuern.

Wenn ich denke ich habe keine Zeit, das Alltagsgeschäft und das operative Handeln gehe vor, bemesse ich dem eine größere Bedeutung bei als der Nachfolgeplanung. Trifft das zu?

5. Unklare Ziele

Warum geht es bei der Nachfolge? Um Vermeidung von Vermögensvernichtung und um Werteerhalt sowohl materieller als auch immaterieller Werte. Also kann es um sehr viel gehen bei der Nachfolgeplanung. Die Bedeutung muss also sehr viel höher eingeschätzt werden. Durch eine unterbliebene oder unzureichende Nachfolgeplanung kann ich entweder mein Vermögen vernichten oder ich muss damit rechnen, dass ich im Alter keine ausreichenden Einnahmen habe. Doch vielfach werden die Punkte nicht als Ziele angesehen. Für den Unternehmer bedeutet Nachfolge eher Loslassenmüssen, neue Betätigungen suchen zu müssen. Die eigentlich primären Ziele Unternehmenserhalt, Sicherung von Vermögen und weitere Erzielung von Einnahmen stellen für ihn keine Ziele dar. Und doch sollte hier ein Umdenken erfolgen.

6. Alltagsgeschäft

Nachfolge gehört zu den strategischen Aufgaben des Unternehmers. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass operative Aufgaben bei Unternehmern im Allgemeinen den strategischen Aufgaben vorgehen. Das operative Geschäft besitzt für den Unternehmer eine größere Priorität als strategische Aufgaben. Der Unternehmer misst dem Thema Strategie eine geringere Priorität als den operativen Aufgaben bei.

Wenn der Unternehmer also dem operativen Geschäft eine größere Bedeutung beimisst als den strategischen Aufgaben, so hat es auch damit zu tun, das der Unternehmer Aufgaben wahrnimmt, die er langfristig nicht ausführen sollte. Sein Ziel sollte sein nur Unternehmeraufgaben zu übernehmen. Fachaufgaben wie Personalaufgaben oder Vertrieb oder Managementaufgaben sollte er mit der Zeit abgeben. Als Unternehmeraufgaben sind vorrangig Beschäftigung mit Werten und Visionen und strategische Aufgaben zu nennen. Daher kommt der Nachfolgeplanung strategische Bedeutung zu. Planung der Nachfolge gehört zu den vorrangigen Aufgaben des Unternehmers.

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7. Tätigkeiten des Unternehmers

Doch die Übernahme von Tätigkeiten, die nicht Unternehmeraufgaben sind, ist in der heutigen Zeit nach wie vor üblich. Es liegt zum Einen daran, dass viele Unternehmen sich aus kleinen Anfängen entwickeln; dass aus einer Unternehmensgründung heraus es als notwendig erscheint, dass der Unternehmer bestimmte Aufgaben selbst übernimmt, weil es am Anfang gar nicht anders geht.

Zum Anderen haben viele Existenzgründer oder Unternehmensnachfolger eine oder verschiedene Fähigkeiten, die sie dazu bringen, diese im Unternehmen auch selbst auszuüben. Zu denken wäre dabei an Handwerker oder z.B. an Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die ihre Fähigkeiten auch als Unternehmer nach wie vor ausüben wollen.

Das führt allerdings dazu, dass ein Unternehmer drei verschiedene Arten von Tätigkeiten gleichzeitig auszuüben hat, Unternehmeraufgaben, Manageraufgaben und Fachkraftaufgaben. Dass für die jeweiligen Aufgaben nicht genug Zeit bleibt, liegt auf der Hand.

Typische Unternehmeraufgaben wie Ermittlung der Werte und Visionen, Festlegen einer Strategie kommen zeitlich zu kurz. Wir kennen das , dass vor lauter Alltagsgeschäft strategische Fragen unbeantwortet bleiben. Dazu gehört auch die Beschäftigung mit der Nachfolge.

Ein weiterer Aspekt kommt noch hinzu, der Unternehmer ist gewohnt, alles  oder vieles selbst erledigen zu wollen. Er will nicht delegieren oder Aufgaben abgeben. Dann bleibt natürlich keine Zeit sich mit strategischen Aufgaben wie der Nachfolgeplanung zu beschäftigen.

Doch was bedeutet das?

8. Unterbleibende Fragestellungen

Es werden zahlreiche Fragen nicht gestellt.

Der Unternehmer weiß nicht ob sein Unternehmen auch morgen noch wettbewerbsfähig ist. Er weiß nicht ob sein Unternehmen bei einer plötzlichen Krankheit oder Unfall gefährdet ist oder ob es tatsächlich keinen geeigneten Nachfolger gibt.

Weitere Fragestellungen, die eine Unterlassung der Nachfolgeplanung mit sich bringt, sind die, wie es mit dem Unternehmen nach dem Ausscheiden des Unternehmers und vor allen Dingen wie es mit ihm weitergeht? Der Unternehmer kann sich nicht vorstellen, sein Unternehmen abzugeben. Es ist nach seiner Meinung noch keine Zeit das Unternehmen zu übergeben. Daraus resultiert die Schlussfolgerung, sich nicht mit der Planung der Nachfolge zu befassen.

Krankheit, Alter und Tod werden ausgeblendet.

Für den Unternehmer ist es gewiss, dass andere sein Unternehmen nicht besser führen können als er selbst. Er will sich davon auch nicht überzeugen lassen. Daher versucht er alles um weiterhin sein Unternehmen zu führen und keine Nachfolgeplanung vorzunehmen.

Das Unternehmen ist für den Unternehmer mehr als nur Arbeit oder die Möglichkeit Geld zu verdienen; in vielen Fällen bedeutet es auch den(alleinigen) Lebensinhalt. Was soll er tun, wenn er nicht mehr Unternehmer ist?

9. Nichtmaterielle Fragen

Dabei geht es bei der Planung der Nachfolge auch um Streitvermeidung. Wie viele Unternehmen sind in der täglichen Arbeit blockiert und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt, weil die Nachfolge nicht vernünftig geregelt und geplant wurde? . Nicht nur dass Streit auch Familien zerstören kann oder das Zusammenleben von Menschen negativ beeinflusst, sondern mit Streit sind auch häufig Vermögensminderungen und Einkommenseinbußen verbunden.Vielfach wird fälschlicherweise unterstellt, dass die Familie sich schon einigen wird und kein Streit aufkommt. Auch die Ausmaße des Streitpotentials wird oft unterschätzt.

10. Loslassen

Eine entscheidende Tatsache ist, dass es vielen Unternehmern nicht gelingt los zulassen. Das Unternehmen hat lange Zeit die Aufmerksamkeit des Unternehmers gefordert und sein Leben bestimmt. Sein wesentlicher Lebenssinn bestand im Unternehmen. Jetzt sein Unternehmen weiterzugeben oder zu liquidieren, fällt dem Unternehmer schwer. Was soll er jetzt tun?

Hobbies oder andere Betätigungen hat er vielleicht nie ausgeübt. Ohne das Unternehmen fehlt ihm der Lebenssinn.

11. Gefahren

Aus diesen Faktoren erfolgt ganz eindeutig, dass der Unternehmer Folgendes nicht erkennen kann, nämlich die sich daraus ergebenden Gefahren und Gefährdungen für den Bestand des Unternehmens, Erhalt bzw. Beeinträchtigung seines Vermögens und seines Einkommens. Kann sein Unternehmen auch morgen noch weitergeführt werden? Wer führt sein Unternehmen, wenn er ausfällt? Gibt es einen kompetenten Nachfolger?

12. Phantasie und Kreativität

In zahlreichen Fällen entscheidet der Unternehmer sehr frühzeitig, dass sein Unternehmen nicht weitergeführt werden kann, weil sein Unternehmen sehr stark auf ihn zugeschnitten ist. Speziell bei Beratungsunternehmen kann das der Fall sein. Der Wert des Unternehmens besteht  vielfach aus der Reputation des Inhabers, denn einen anderen Wert gibt es nicht. Das Geschäft ist bei Beratungsunternehmen in aller Regel ein Projektgeschäft.

Mit der Beendigung des Auftrages ist auch die Kundenbeziehung oft beendet. Anschluss- oder Folgeaufträge sind nicht zu erwarten. Die Kundendatei steht dann für abgeschlossene Arbeiten und stellt keinen speziellen Wert dar.

Doch anstatt vorschnell sich für die Lösung der Unternehmensliquidierung, also der Unternehmensaufgabe zu entscheiden, ist es angebracht, nach anderen Lösungen zu suchen.

Wie kann das Unternehmen unabhängiger vom Unternehmer aufgestellt werden?

Können die Kenntnisse und Fähigkeiten des Unternehmers auch auf andere Personen übertragen werden?

Können bestimmte Abläufe standardisiert und schematisiert werden?

Gibt es Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Unternehmen? und und und

Hier ist Spielraum für Phantasie und Kreativität.Der Einsatz lohnt sich. Warum soll durch Aufgabe des Unternehmens Vermögen vernichtet werden?

13. Zu spät

Nachfolgeplanung setzt häufig zu spät an. Zum Einen erst im hohen Alter des Unternehmers, wenn die Dynamik oder Spannkraft nachlässt oder wenn das Unternehmen in seiner Entwicklung stark beeinträchtigt ist., z.B. wenn der Unternehmer krank wird oder nicht mehr in der Lage ist  die Situation seines Unternehmens positiv zu beeinflussen.

Der Unternehmer wird oft erst tätig, wenn es wirklich zu spät ist, wenn er das Unternehmen nicht mehr führen kann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach unten zeigt, oder im schlimmsten Fall: der Unternehmer verstirbt, so dass seine Erben die Nachfolge und Übernahme regeln müssen.

14. Falsche Vorstellungen

Es gibt wenige Bereiche im Unternehmerdasein wo so viele falsche Vorstellungen herrschen wie im Bereich der Nachfolge. Das fängt an mit falschen Vorstellungen zu den Erben. Es gibt keine klare Vorstellung wer die Erben sind. Oft herrscht auch Unklarheit darüber, wie hoch die  Höhe der Erbquote ist . Auch sind Unklarheiten gegeben, in welchem Maße die Ehefrau durch die Heirat am Unternehmen partizipiert.

Und erst recht gibt es falsche Vorstellungen über Wert und Fortführungsmöglichkeiten des Unternehmens. Eine Wertfeststellung des Unternehmens ist dem Unternehmer häufig nicht möglich. Er stellt sich den Wert entweder viel zu hoch vor, weil er sich zu sehr an den bisher erzielten Umsätzen oder Gewinnen orientiert oder er keine Vorstellung hat, wie das Unternehmen zu bewerten ist.

Auf der anderen Seite unterstellt er einfach, dass ein Nachfolger aus der Familie kommt, ohne dass er näher überprüft hat, ob der potentielle Nachfolger kompetent und geeignet ist und ob er überhaupt das Unternehmen weiterführen will?

15. Gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge

Gesamtwirtschaftliche Aspekte interessieren im allgemeinen den Unternehmer nicht, ihm geht es allein um seine persönliche Wertschätzung, Erhalt von Vermögen und Einkommen oder Fortführung des alten Familienunternehmens. Dennoch sind auch geamtwirtschaftliche Zusammenhänge zu betrachten. Es geht auch um Erhalt von Arbeitsplätzen, um Erhalt von Know-How und Sicherung von Unternehmen.

16. Was ist zu tun?

Es klingt banal, aber es geht darum die weittragende Bedeutung der Unternehmensnachfolge zu erkennen. Es geht um Erhalt von immateriellen Werten wie Streitvermeidung und Erhalt von Vermögen, also um Vermeidung von Vermögensvernichtung, um Aufbau und Sicherung von alternativen Einnahmequellen für die Zeit nach der Unternehmenstätigkeit. Entsprechend der Bedeutung der Nachfolge sind Ziele zu setzen.

17. Umdenken

Dies erfordert ein Umdenken. Die Prioritätensetzung beginnt nicht nur bei der Zielsetzung, sondern geht auch mit der Umsetzung und der Zielerreichung weiter. Strategie als eine der Unternehmeraufgaben, Nachfolge als erste Priorität, kein Ausblenden, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, Aufgaben abgeben sind erste Maßnahmen.

Planung der Nachfolge ist die entscheidende unternehmerische Aufgabe.

bernd-nielsen-foto-256x256Bernd Nielsen
Der Nachfolgeaufklärer
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